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Sonntag, 18. Oktober 2026

Convention Special 010: Der Tag, an dem ich Kae Alexander traf

KATHEDRALE666 – CONVENTION-ERINNERUNGEN
Kae Alexander · German Comic Con Dortmund · Dezember 2019

2019 war ein intensives Jahr. Ich war inzwischen vollständig in die Convention-Kultur eingetaucht. Rückblickend würde ich sagen: Diese Zeit gehörte zu den schönsten Jahren meines Lebens. Wer als Fan einmal auf einer Con unterwegs war, kennt vielleicht dieses Gefühl: Für ein Wochenende braucht man niemandem zu erklären, weshalb einem eine Serie, ein Film oder eine Begegnung so viel bedeutet.

Es war auch das Jahr, in dem «Game of Thrones» nach acht Staffeln sein Ende fand. Einige der Menschen hinter dieser Welt durfte ich damals persönlich treffen und mir ihre Autogramme sichern. Viele dieser Schätze musste ich zwischenzeitlich leider verkaufen. Sie haben ihre Reise in anderen Sammlungen fortgesetzt. Leicht fiel mir das nicht – an solchen Stücken hängt immer auch ein Teil der eigenen Geschichte.

Das Autogramm von Kae Alexander habe ich behalten.

In der sechsten Staffel spielte sie Blatt, im Original «Leaf», eines der geheimnisvollen Kinder des Waldes. Eine eher kleine Rolle, verborgen unter einer enorm aufwendigen Maske. An ihrem Tisch war an diesem Tag vergleichsweise wenig Betrieb. Vielleicht spielte dabei auch eine Rolle, dass ihr Gesicht hinter der Verwandlung kaum wiederzuerkennen war. Ich erlebte sie jedenfalls als äusserst liebenswürdigen und offenen Menschen. Diese Begegnung ist mir warm in Erinnerung geblieben.

Wie viel Arbeit in diesem Waldwesen steckte, macht den Blick auf das signierte Foto heute noch interessanter: Für die vollständige Verwandlung mit Körperprothesen waren ungefähr neun bis zehn Stunden Vorbereitung nötig. Ein gewaltiger Aufwand, bevor überhaupt die erste Klappe fallen konnte.

Alexander erzählte, dass ihr Arbeitstag teilweise bereits um ein Uhr nachts begann. Ihren Kollegen begegnete sie oft erst in vollständiger Maske – manche wussten deshalb kaum, wie sie eigentlich aussah. Gerade diese körperliche Verwandlung schätzte sie aber als Hilfe beim Spielen: Die Darsteller von Bran und Meera hatten tatsächlich ein fremdartiges Wesen vor sich, auf das sie unmittelbar reagieren konnten.

Märchenhaft waren die Arbeitsbedingungen allerdings kaum. Die Kontaktlinsen schränkten ihre Sicht stark ein, hinzu kamen Kälte und schlammiger Untergrund. Hinter dem geheimnisvollen Naturwesen steckten also auch Ausdauer und eine gehörige Portion Geduld.

Später führte ihr Weg mit der Seherin Min Farshaw in «Das Rad der Zeit» erneut in eine grosse Fantasywelt. Eine hübsche Verbindung zwischen beiden Produktionen: Dessen späterer Showrunner Rafe Judkins hatte sie bereits am Set von «Game of Thrones» gesehen. Sie selbst hatte ihn wegen ihrer Kontaktlinsen damals kaum wahrgenommen.

Wenn ich heute ihr Autogramm betrachte, erinnere ich mich an diese Begegnung in Dortmund – und an eine Zeit, in der solche Wochenenden für mich etwas ganz Besonderes waren.

Eine kleine Rolle kann eine grosse Erinnerung hinterlassen.

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