0016. V/H/S/99 – 2022 – ofdb – Trailer
Ein weiterer gelungener Beitrag aus dem V/H/S -Found-Footage-Horroranthologie-Franchise. Wie bei jeder Episodensammlung zünden nicht alle Geschichten gleich gut – müssen sie auch gar nicht. Gerade dieser Mix aus unterschiedlichen Ideen und Regisseuren macht für mich den Reiz der Reihe aus. Obwohl Found Footage sonst nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenres zählt, freue ich mich jedes Mal auf einen neuen Teil aus dieser Ecke. Die V/H/S -Filme schaffen es immer wieder, frische Horrorideen in kompakter Form zu präsentieren und bleiben für mich eine der spannendsten Anthologiereihen der letzten Jahre.
0017. Das Todeshaus am Fluss – 1950 – ofdb – Trailer
Die großen Fritz-Lang-Klassiker wie Metropolis, M – Eine Stadt sucht einen Mörder oder die Dr.-Mabuse-Filme genießen völlig zurecht Kultstatus. Das Todeshaus am Fluss wird dagegen oft übersehen – völlig zu Unrecht. Lang verbindet hier poetisches Melodram mit psychologischem Kriminalfilm und erschafft eine düstere Atmosphäre, die lange nachwirkt.
Allein die bedrückende Schönheit der Südstaatenkulisse und der unheilvoll wirkenden Villa verleihen dem Film eine ganz eigene Identität. Auch bei meiner Zweitsichtung entfaltet sich der Sog der Geschichte erneut. Besonders gelungen ist, wie Fritz Lang die zunächst nur angedeuteten übernatürlichen Elemente bis zum Finale immer weiter verdichtet. Ein außergewöhnlicher Film Noir, der deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient.
0018. A Haunting in Venice – 2023 – ofdb – Trailer
Nach Tod am Nil, den ich eher enttäuschend fand, hielt sich meine Vorfreude auf einen weiteren Kenneth-Branagh-Poirot-Film zunächst in Grenzen. Im Nachhinein ein Irrtum.
Mit A Haunting in Venice schlägt Branagh einen deutlich düstereren Weg ein. Die sterile Hochglanzoptik und die künstlich wirkenden CGI-Kulissen weichen einem atmosphärischen Geisterkrimi, der gekonnt zwischen rationaler Ermittlungsarbeit und spiritistischen Séancen balanciert. Das nahezu vollständig nächtliche, abgeschlossene Setting verleiht dem Film ein spürbares Gewicht. Die Handlung entwickelt sich bewusst langsam und nimmt sich Zeit, ihre beklemmende Stimmung aufzubauen – eine Entscheidung, die sich für mich absolut auszahlt und den Film klar über seinen Vorgänger hebt.

