0049. The Masque of the Red Death - 1989- Zweitsichtung - ofdb - Trailer
Der exzentrische Ludwig gibt auf seinem Schloss eine Party. Alles sehr spassig – zumindest so lange, bis ein Schlitzer seine Runden zieht und nach und nach die Gästeliste verkleinert …
Als Inspiration für Alan Birkinshaws Slasher standen die Werke von Edgar Allan Poe Pate. Allerdings weniger auf literarischer Ebene, sondern vor allem als ziemlich freizügig geplünderte Ideenkiste für die Todesarten. Neben The Masque of the Red Death wird beispielsweise ganz unverhohlen bei The Pit and the Pendulum vorbeigeschaut. Viel mehr als Kostümparty, Poe-Versatzstücke und makabre Tötungsmethoden sollte man von der literarischen Verwandtschaft allerdings nicht erwarten.
Und gerade bei diesen Todesarten wird das Ganze stellenweise zu einem herrlichen Sparpaket zusammengeschustert. Manches sieht ausgesprochen günstig aus – fügt sich aber erstaunlich gut in dieses knallbunte Schloss-Setting mit seinen überdrehten Kostümen, schrägen Figuren und Musikperformances ein. Das Ding schreit derart penetrant späte Achtziger, dass Widerstand irgendwann zwecklos wird. Somit geht das für mich durchaus in Ordnung und macht sogar Laune.
Beim Cast konnte man immerhin Herbert Lom verpflichten. Ich kann einfach nicht anders: Ich kann einfach nicht aufhören, in seinem Gesicht Inspector Dreyfus zu sehen.
Mit an Bord ist ausserdem Frank Stallone, der jüngere Bruder von Sylvester Stallone, während Brenda Vaccaro hier mit sichtlicher Freude die Ulknudel gibt. Und genau diese etwas merkwürdige Mischung aus bekannten Gesichtern, Gothic-Kulisse, Slasher und 80er-Jahre-Kirmes macht einen beträchtlichen Teil des Charmes aus.
Kurios ist zudem, dass Birkinshaw praktisch gleichzeitig noch einen zweiten Poe-Stoff inszenierte: The House of Usher mit Donald Pleasence und Oliver Reed. Beide Filme wurden von Harry Alan Towers produziert und nach Drehbüchern von Michael J. Murray realisiert.
Und jetzt wird es richtig kurios: 1989 erschienen gleich zwei völlig voneinander unabhängige Verfilmungen von The Masque of the Red Death. Neben Birkinshaws Version entstand im selben Jahr eine weitere mit Adrian Paul und Patrick Macnee, produziert von Roger Corman – ausgerechnet jenem Corman, der bereits 1964 mit Vincent Price die berühmteste Filmversion des Poe-Stoffes gedreht hatte.
Das Kathedrale666 Urteil: The Masque of the Red Death ist keine Granate. Aber er ist bunt, krude, billig, vollkommen in den Achtzigern steckengeblieben und gerade deshalb irgendwie sympathisch. Gut genug jedenfalls, um einen soliden Filmabend zu erleben.

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