Montag, 24. August 2026

Musik: Jeremy Messersmith – 666

 

😈 Jeremy Messersmith – 666

Atme tief ein.
Entspann dich.
Lass deinen Stress los.
Sei ganz bei dir.

Und jetzt alle zusammen:

666 – The Number of the Beast.

Manchmal findet ein Song seinen Weg in die Kathedrale, bei dem nicht das Böse selbst interessant ist, sondern die herrliche Blödelei damit.

Jeremy Messersmith ist ein amerikanischer Singer-Songwriter aus Minneapolis, der Indie-Pop gerne mit schwarzem Humor, skurrilen Geschichten und einer gehörigen Portion Selbstironie verbindet. Und mit „666“ hat er 2022 einen wunderbar absurden kleinen Halloween-Song veröffentlicht.

Statt uns mit schweren Gitarren, Feuer und Schwefel in die Hölle zu schicken, beginnt Messersmith beinahe wie ein übermotivierter Achtsamkeitscoach. Stress abbauen, tief durchatmen, den eigenen Körper akzeptieren und endlich zu innerer Ruhe finden.

Das passende Mantra dazu?

Natürlich 666.

Genau dieser Gegensatz macht den Song für mich so herrlich. Messersmith nimmt einerseits die satanische Popkultur rund um die berühmte „Number of the Beast“ auf die Schippe und verpasst andererseits unserer modernen Wellness- und Selbstoptimierungskultur einen kleinen Seitenhieb.

Selbst musikalisch weigert sich „666“, so zu klingen, wie ein Song mit diesem Titel gefälligst zu klingen hätte. Statt Metal gibt es leichtfüßigen, verspielten Indie-Pop mit einem fast schon kabarettistischen Einschlag.

Und irgendwann lautet die Therapie dann sinngemäß sowieso: Teufelsmusik auflegen und tanzen.

Vielleicht ist das tatsächlich die gesündere Form der Selbstoptimierung.

Kein Weltuntergang.
Keine schwarze Messe.
Kein Ziegenkopf erforderlich.

Nur ein verdammt eingängiger kleiner Song über die Zahl des Tieres.

Willkommen in der Kathedrale.

😈 Jeremy Messersmith – 666
Single (2022)

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