Mittwoch, 19. August 2026

Review: The Banker - 1989

0051. THE BANKER - 1989 - Zweitsichtung - ofdb - Trailer

Ein Banker macht den Serienkiller und geht mit Armbrust und allerlei mystischem Brimborium auf die Jagd nach Prostituierten. Das klingt zunächst nach genau jener Sorte schmieriger Videothekenware, bei der ich normalerweise nicht lange überredet werden muss. Und wenn dann noch dieses herrlich rattige Rick-Melton-Cover vor einem liegt, sind die Erwartungen an gepflegten Spätachtziger-Schund endgültig geweckt.

Leider ist The Banker wesentlich braver als seine Verpackung.

William Webbs Film möchte irgendwo zwischen Serienkiller-Thriller, Polizeifilm und Slasher sein, besitzt aber erstaunlich wenig Biss. Abgesehen von einigen Sexszenen und vereinzelten Gewalttaten bleibt das Ganze für meinen Geschmack viel zu harmlos und ungefährlich. Duncan Regehrs mörderischer Banker Spaulding Osbourne mag zwar mit Armbrust, Ritualsymbolen und psychopathischem Blick ausgestattet sein – von der faszinierenden Abgründigkeit eines Patrick Bateman ist der Mann allerdings Galaxien entfernt.

Was bleibt, sind überdehnte Ermittlungen, antriebsloses Geplätscher und eine Optik, die über weite Strecken eher nach spätem Achtziger-TV-Krimi als nach dreckigem Genrekino aussieht. Dabei wäre die Besetzung eigentlich gar nicht übel: Neben Regehr finden sich Shanna Reed, Jeff Conaway, Richard Roundtree und sogar Leif Garrett, dessen Auftritt allerdings erstaunlich kurz ausfällt.

Und dann ist da natürlich Robert Forster.

Forster ist für mich der Einzige, der diesem Film tatsächlich etwas Charme, Persönlichkeit und Qualität einhaucht. Sein heruntergekommener Cop Dan Jefferson wirkt, als wäre er versehentlich aus einem wesentlich besseren Film in diese Produktion gestolpert. Interessanterweise sollte genau The Banker Jahre später noch eine kleine filmhistorische Fußnote bekommen: Quentin Tarantino kannte den Film aus seiner Videothekenzeit und schätzte Forsters Auftritt offenbar so sehr, dass er zu jenen Arbeiten gehörte, die Forster für ihn im Gedächtnis hielten – bis er ihn schließlich als Max Cherry in Jackie Brown besetzte.

Noch etwas hübsches Videotheken-Trivia: The Banker entstand back-to-back mit William Webbs Party Line und ging in den USA 1989 direkt auf Video bzw. ins Kabelfernsehen; in Japan bekam er dagegen tatsächlich einen Kinostart. Und bereits nach ungefähr zwei Minuten soll sich sogar ein Boom-Mikrofon ins Bild verirren – irgendwie passend zu einer Produktion, die ohnehin nie den Eindruck erweckt, als hätte jemand übermäßig viel Zeit für einen zweiten Take gehabt.

Unterm Strich: Ein rattiges Cover, ein potentiell herrlicher Serienkiller-Plot und Robert Forster – daraus hätte man wunderbaren Videotheken-Schund machen können. Stattdessen herrscht über weite Strecken gepflegter Leerlauf.

Hat mich zu keiner Minute wirklich abgeholt. Und was Herr Tarantino daran derart abgefeiert hat, würde mich tatsächlich interessieren.

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