Samstag, 15. August 2026

Review: Jurassic City - 2014

0045. JURASSIC CITY – 2014 - Zweitsichtung - ofdb - Trailer

Pulp Creature Cinema

Nur weil ich ein Verehrer von David Lynch und Twin Peaks bin, bin ich irgendwann bei Jurassic City von Sean Cain gelandet.

Klingt absurd? Ist es auch.

Schuld daran trägt Ray Wise. Und wenn Leland Palmer plötzlich als Gefängnisdirektor in einem Low-Budget-Dinofilm auftaucht, in dem genetisch manipulierte Urzeitechsen einen Knast terrorisieren, bin ich offenbar bereit, einiges auf mich zu nehmen.

Willkommen zurück beim Pulp Creature Cinema.

Immerhin hat Sean Cain für seinen Dino-Billigeimer eine erstaunliche Ansammlung alter Genre-Gesichter zusammengetrommelt. Neben Wise finden sich Vernon Wells aus Mad Max II und Phantom Kommando, Kevin Gage (Heat, Laid to Rest) und für einen kleinen Auftritt auch noch das unverwechselbare Tattoo-Gesicht Robert LaSardo. Selbst Sleepaway Camp-Veteranin Felissa Rose huscht als Reporterin durchs Bild.

Produzent Anthony Fankhauser wusste außerdem ziemlich genau, in welchem Teich er hier fischt: Auf seinem Creature-Feature-Konto standen unter anderem bereits Jurassic Attack, Sand Sharks und Mega Shark vs. Giant Octopus. Regisseur Sean Cain erledigte bei Jurassic City gleich mehrere Jobs selbst und zeichnete neben Regie und Drehbuch auch für den Schnitt verantwortlich.

Und die Ausgangslage klingt eigentlich nach einem Geschenk des Trashhimmels: Aus einem geheimen Forschungslabor entkommen hungrige Dinosaurier, einige davon landen ausgerechnet in einem Gefängnis. Dort treffen sie auf Häftlinge, Militärs und eine Gruppe junger Studentinnen, die nach einer aus dem Ruder gelaufenen Party ebenfalls hinter Gittern gelandet sind.

Dinos im Knast: Mehr müsste ein vernünftiger Mensch eigentlich gar nicht wissen.

Leider macht Jurassic City aus dieser wunderbaren Idiotie erstaunlich wenig. Die äußerst günstig aus dem Rechner geschlüpften Urzeitechsen könnten in unserer Pulp-Abteilung durchaus als Qualitätssiegel durchgehen – nur fehlt der Action jeglicher Biss. Bewegungen wirken hölzern, Angriffe kraftlos und der Plot tritt trotz randalierender Dinosaurier erstaunlich beharrlich auf der Stelle.

Selbst Cain beschrieb seinen Film später rückblickend ziemlich treffend als einen Streifen mit einer Horde Raptoren, die durch ein Gefängnis rennen.

Und genau da liegt das Problem: Die Idee ist wesentlich lustiger als der Film.

Ray Wise, Vernon Wells, Kevin Gage und Robert LaSardo halten diese Low-Budget-Videothekenware mit ihrer bloßen Anwesenheit noch eine Weile am Leben. Aber irgendwann können auch vier gestandene Genre-Gesichter keinen Dinosaurier mehr über die Ziellinie schleppen, dessen CGI vermutlich weniger gekostet hat als Ray Wises Anreise zum Dreh.

So bleibt Jurassic City leider einer jener Filme, die geradezu danach schreien, zum geliebten Trash zu werden – und dann doch nur als Hintergrundrauschen auf der Pulp-Creature-Agenda landen.

Schlecht gemacht? Definitiv.
Groß gedacht? Irgendwie schon.
Genau richtig?

Diesmal leider nicht.

Nachhall: Dinosaurier im Gefängnis, Ray Wise als Direktor und Vernon Wells vor der Kamera – eigentlich hatte Jurassic City alle Zutaten für einen großartigen Billigeimer. Dummerweise hat jemand vergessen, ihn umzurühren.

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