TOBY STEPHENS – BLACK SAILS | STUTTGART 2018
Bereits als Kind stand ich immer auf der Seite der Piraten. Augenklappe, Säbel, Totenkopfflagge und eine ordentliche Buddel Rum hatten bei mir grundsätzlich bessere Karten als Cowboys und Indianer. Entsprechend hat mich das Piratengenre durch mein ganzes Filmleben begleitet. Polanskis herrlich dreckige Piraten von 1986, Der scharlachrote Pirat (1976) oder die grandios gescheiterte Piratenbraut (1995) gehören bis heute zu meinen persönlichen Genrelieblingen.
Als 2014 Black Sails auftauchte, war deshalb eigentlich nur eine Frage offen: Wie lange würde es dauern, bis ich an Bord gehe?
Nicht besonders lange.
Die Serie erzählt ihre Geschichte rund zwanzig Jahre vor Robert Louis Stevensons Die Schatzinsel und macht aus Captain James Flint eine jener Figuren, bei denen Abenteuerromantik ziemlich schnell durch Intrigen, Gewalt, Macht und moralische Abgründe ersetzt wird. Und mittendrin: Toby Stephens als Captain James „Flint“ McGraw.
2018 führte mich meine eigene kleine Abenteuerreise schließlich zur Convention nach Stuttgart. Von der Schweiz aus eigentlich keine Weltreise – wäre da nicht die Deutsche Bahn gewesen, die aus einer gemütlichen Zugfahrt eine mittelschwere militärische Operation mit Umsteigen, Unterbrechungen und allerlei ungeplanten Nebenquests machte.
Statt wie vorgesehen gegen 18 Uhr trudelte ich schließlich erst um 23 Uhr im Mövenpick Hotel am Messegelände ein. Black Sails ohne Schiffbruch – dafür mit der Deutschen Bahn.
Das eigentliche große Ziel der Convention war damals übrigens Chuck Norris. Autogramm und gemeinsames Foto waren fest eingeplant. Aber das ist eine andere Geschichte – und die bekommt irgendwann ihren eigenen Eintrag in der Kathedrale666.
Denn ebenfalls auf dieser Convention anwesend war Captain Flint persönlich: Toby Stephens.
Von ihm ließ ich mir das hier gezeigte Black Sails-Motiv in Silber signieren. Und sagen wir es einmal diplomatisch: Toby hat seinen Job gemacht. Freundlich genug, professionell – aber ein Holzbein hat er sich dabei nicht gerade ausgerissen. 😄 Große Begegnung mit dramatischer Piratenromantik war es keine. Dafür ging ich mit einem verdammt schönen Autogramm nach Hause, und genau darum war ich schließlich gekommen.
Eine Sache ist mir allerdings bis heute erstaunlich deutlich in Erinnerung geblieben: Toby Stephens kam mir unglaublich klein vor.
Captain Flint hatte sich in meinem Kopf offenbar längst zu einem zwei Meter hohen, Rum trinkenden, Säbel schwingenden Kasten von Mann entwickelt. Und plötzlich sitzt da dieser vergleichsweise kompakte Engländer vor mir.
Ein wunderbares Beispiel dafür, was Film mit unserer Wahrnehmung anstellen kann.
Auf dem Bildschirm: CAPTAIN FLINT.
Vor mir in Stuttgart: „Huch … den hatte ich irgendwie größer abgespeichert.“
Dem Autogramm hat es jedenfalls nicht geschadet. Und Captain Flint erst recht nicht.
Denn Größe wird bei Piraten offenbar nicht in Zentimetern gemessen. ☠️🏴☠️



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