Montag, 10. August 2026

Review: Larva – 2005

0043. LARVA – 2005 - Mehrsichtung  - ofdbTrailer

Manipuliertes Tierfutter lässt in einer amerikanischen Kleinstadt harmlose Parasiten zu gefräßigen Kreaturen mutieren, die zunächst Rinder und schließlich auch Menschen als Wirte benutzen. Was folgt, dürfte jedem Freund gepflegter Billigmonster bereits klar sein: Irgendwann platzt etwas auf, etwas krabbelt heraus – und die Nahrungskette gerät gehörig durcheinander.

Larva von Tim „Abram“ Cox habe ich über die Jahre bereits mehrfach gesichtet, und irgendwie ist dieser kleine Tierhorrorfilm nie ganz von meinem Radar verschwunden. Das liegt weniger an seiner wenig originellen Geschichte als an seiner Bildsprache. Die überwiegend warmen, gelblich-braunen Farbtöne lassen den Spätsommer ausklingen und versetzen den Film in eine erstaunlich stimmige ländliche Herbstwelt. Selbst zeitgenössische Besprechungen bemerkten diese auffällig herbstliche Optik.

Produziert wurde Larva als deutsch-amerikanischer TV-Film unter Beteiligung von Nu Image, jener Produktionsschmiede, die sich gerade mit preisgünstiger Genreware einen Namen machte. Gedreht wurde unter anderem in Springfield, Missouri - traumhafte Landschaften und Kulissen und somit ein wunderbarer Summerween Kandidat. 

Schauspielerisch bekommt die kleine Produktion mit William Forsythe (The Devil’s Rejects, Halloween) sogar ordentlich B-Movie-Prominenz spendiert. Als knorriger Farmer passt er wunderbar in diese Welt aus Viehweiden, korrupten Geschäftemachern und mutiertem Ungeziefer.

Natürlich riecht das Ganze kräftig nach Alien, Creature Feature und einer Prise Tierhorror vergangener Jahrzehnte. Die Kreaturen sehen irgendwann aus, als hätte sich ein Facehugger mit einer Fledermaus auf einer schlecht beleuchteten Gartenparty fortgepflanzt. Aber genau das gehört hier zum Vergnügen. 

Denn Larva besitzt trotz günstigem CGI ein erstaunlich gutes Gespür für Timing, Atmosphäre und handfeste Horroraction. Sobald die Viecher ausgewachsen sind, darf es außerdem durchaus etwas deftiger werden.

Für mich ist das genau die Art von Film, für die unser neuer Begriff geschaffen wurde:

Pulp Creature Cinema.

Nicht besonders teuer. Nicht besonders originell. Ganz bestimmt kein großes Kino. Aber ein wunderbar sympathisches bewegtes Groschenheft für den DVD-Player.

Nachhall:
Wenn der Spätsommer langsam stirbt, die Felder braun werden und aus der Kuh plötzlich etwas herauskrabbelt, ist es Zeit für Larva.

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