Montag, 31. August 2026

Convention: Der Tag, an dem ich Mark Dacascos traf


MARK DACASCOS – MANI, MARTIAL ARTS UND EIN GOLDENES AUTOGRAMM

Gerade habe ich mich bei Movie Miner wieder einmal durch meine Sammlung gewühlt und dabei eine ziemlich kuriose Entdeckung gemacht: Stand 1. September 2026 befinden sich dort 1557 Titel, 1015 Regisseure und 10.457 Schauspieler – und tatsächlich besitze ich gerade einmal einen einzigen Film mit Mark Dacascos.

Aber wenn es schon nur einer ist, dann wenigstens Le Pacte des Loups – Der Pakt der Wölfe.

Und genau dieses Exemplar wollte ich im Dezember 2019 auf der Comic Con Dortmund von Dacascos signieren lassen.

Dabei ist seine Verbindung zu Deutschland eine dieser kleinen biografischen Geschichten, die ihn für mich noch interessanter machen. Dacascos wurde auf Hawaii geboren, wuchs in einer Kampfsportfamilie auf und verbrachte als junger Mann auch einige Jahre in Hamburg, wo er weiter trainierte und Deutsch lernte. Dass ein amerikanischer Martial-Arts-Darsteller auf einer deutschen Convention plötzlich ganz selbstverständlich mit dir Deutsch spricht, ist dann doch wesentlich charmanter als das übliche „Hi – Name? – Thanks“.

Und so kam es tatsächlich zu einem kurzen Schwätzchen über Der Pakt der Wölfe.

Während wir über den Film sprachen, setzte Dacascos seine goldene Signatur auf mein Cover – und schrieb dazu noch den Namen seiner Filmfigur:

„Mani“.

Eine kleine Ergänzung, die das Autogramm für mich heute wesentlich persönlicher macht.

Und Mani ist ohnehin eine bemerkenswerte Figur. Christophe Gans besetzte Dacascos nicht einfach als exotischen Martial-Arts-Kämpfer, sondern machte ihn zu einem geheimnisvollen Außenseiter, der in das Frankreich des 18. Jahrhunderts praktisch aus einer anderen Welt hineinzutreten scheint. Der Film vermischt Historienfilm, Monsterkino, Verschwörungsthriller, Gothic Horror und Martial Arts derart hemmungslos miteinander, dass Dacascos mit seiner körperlichen Präsenz perfekt in dieses seltsame Gebräu passt.

Vielleicht liegt darin sogar ein schöner kleiner Subtext der Figur: Mani ist der Fremde in einer Gesellschaft, die sich selbst für zivilisiert hält – während sich hinter ihrer vornehmen Fassade wesentlich größere Barbarei verbirgt.

Und genau deshalb ist er weit mehr als nur der Typ, der spektakulär kämpfen kann.

Dacascos selbst erwies sich an diesem Tag jedenfalls als ausgesprochen angenehmer Convention-Gast: freundlich, aufmerksam, offen für seine Fans und bei unserem kurzen Gespräch völlig ohne erkennbare Starallüren. Und ja – der Kerl sah auch 2019 noch verdammt fit aus. Rank wie ein Turnschuh und offenbar jederzeit bereit, einem spontan die komplette körperliche Unzulänglichkeit des eigenen Daseins vor Augen zu führen.

Natürlich nur rein objektiv betrachtet.

Ein paar Stände weiter hinten herrschte derweil eine etwas andere Form körperlicher Betätigung. Dort war ein Teil der Sons-of-Anarchy-Fraktion offenbar bereits ziemlich ordentlich am Feiern.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Das Kathedrale666 Urteil: Manchmal braucht es für eine Erinnerung eben keine riesige Sammlung von Autogrammen. Ein Film, ein kurzes Gespräch auf Deutsch und ein goldenes „Mani“ reichen vollkommen.

Und vielleicht sollte ich nach mittlerweile über 1500 Filmen dringend einmal überprüfen, warum zum Teufel ich trotzdem nur einen einzigen Mark Dacascos im Regal stehen habe.

Das grenzt langsam an eine Lücke im System. 🖤



 

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