Heute in der Videothek der Nacht...
0028–0029. Hitlers Helfer I & II – Guido Knopp
Zwischen den vielen Horror- und Genrefilmen in meinem Archiv finden sich auch immer wieder Dokumentationen, die den realen Schrecken der Geschichte beleuchten. Sie erinnern daran, dass das wahre Grauen nicht auf der Leinwand entstanden ist, sondern von Menschen ausgegangen ist.
Über zehn Jahre hatte ich mich mit dem Thema des Zweiten Weltkriegs kaum noch beschäftigt. Als ich die Tage die zwölfteilige Dokumentationsreihe Hitlers Helfer wieder aus dem Regal nahm, wurde mir bewusst, wie schnell historische Ereignisse mit der Zeit an Schärfe verlieren. Vieles wirkte beinahe surreal – gerade deshalb erschien es mir wichtig, diese Bilder und Zeitzeugenberichte erneut auf mich wirken zu lassen.
Guido Knopps Reihe porträtiert die engsten Vertrauten des NS-Regimes, ihren Aufstieg, ihre Rolle innerhalb des Machtapparates und schließlich ihren Niedergang. Zwar wiederholt sich das historische Bildmaterial zwischen den einzelnen Episoden gelegentlich, doch verliert es nichts von seiner bedrückenden Wirkung. Besonders die Zeitzeugeninterviews machen die Reihe bis heute zu einem wertvollen historischen Dokument.
Mich fasziniert dabei nicht das Regime selbst, sondern die Frage, wie Menschen Teil eines solchen Systems werden konnten und welche Mechanismen Macht, Ideologie und blinder Gehorsam entfalten können. Gerade in einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen verschwinden, halte ich solche Dokumentationen für wichtiger denn je. Sie erinnern daran, dass Geschichte nicht nur erinnert, sondern auch verstanden werden muss.
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