Heute in der Videothek der Nacht...
0030. Flickering Lights – 2000 – Erstsichtung – OFDb – Trailer
Anders Thomas Jensens Regiearbeit schlägt noch deutlich in Richtung Gangsterfilm ein und erinnert stellenweise an Tarantino – allerdings mit wesentlich mehr sozialem Unterbau. Erzählerisch wirkt das Drehbuch noch etwas unausgegoren und lässt nicht jede Handlung konsequent zu Ende führen. Dennoch blitzt hier bereits jener herrlich absurde, trockene Humor auf, den ich an Jensens späteren Filmen so schätzen gelernt habe. Das dänische Ensemble harmoniert bereits hervorragend, steigert sich in den folgenden Produktionen jedoch noch einmal deutlich.
0031. Dänische Delikatessen – 2003 – Zweitsichtung – OFDb – Trailer
Mittlerweile längst ein kleiner Kultfilm. Mads Mikkelsen zeigt hier eindrucksvoll, weshalb er zu den besten Schauspielern Europas zählt. Seine zurückhaltende und zugleich intensive Darstellung trägt den Film über weite Strecken. Gleichzeitig überrascht Jensen mit einem erstaunlich hohen Härtegrad, der die rabenschwarze Komödie immer wieder in düstere Gefilde abgleiten lässt. Tempo, Atmosphäre und makabrer Humor greifen wunderbar ineinander. Für mich steht und fällt der Film allerdings mit Mads Mikkelsen – ohne ihn wäre Dänische Delikatessen nur halb so stark.
0032. Adams Äpfel – 2005 – Zweitsichtung – OFDb – Trailer
Mein persönlicher Lieblingsfilm von Anders Thomas Jensen. Die Geschichte um den idealistischen Pfarrer und den gewaltbereiten Neonazi (Hammer - Ulrich Thomsen) entwickelt sich zu einer ebenso bitterbösen wie tiefgründigen Sozialsatire. Zwischen tragischen Momenten, philosophischen Fragen und rabenschwarzem Humor entfaltet sich ein Film, der zeitlos wirkt und lange nachhallt. Getragen von einem herausragenden Ensemble zählt Adams Äpfel für mich zu den wichtigsten Werken des modernen dänischen Kinos. Einer der wenigen Filme, bei denen ich den Satz ohne Zögern verwende: Muss man gesehen haben.
0033. Men & Chicken – 2015 – Erstsichtung – OFDb – Trailer
Mit Men & Chicken schlägt Jensen erneut einen anderen Weg ein und bewegt sich fast schon in Richtung grotesker Tragikomödie. Der Film ist stellenweise sehr dialoglastig, entwickelt jedoch zunehmend eine eigentümliche Faszination. Besonders das absurde Finale mit seinen beinahe horrorhaften Elementen hebt sich angenehm vom Mainstreamkino ab. Sicherlich kein Film für jedermann, doch gerade das ungewöhnliche Familiendrama und die Suche der Figuren nach ihren eigenen Wurzeln haben mich bestens unterhalten. Einer der eigenwilligsten Beiträge in Jensens Filmografie.
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