0037. Todesparty 4 (Doom Asylum) – 1988 - Erstsichtung - OFDb - Trailer
Doom Asylum von Richard Friedman definiert sich zu keiner Sekunde als ernst gemeinter Slasher, sondern vielmehr als Parodie mit einer grandiosen, beinahe poetischen Trash-Affinität, die sich ebenso gut als Troma-Produktion verkaufen ließe. Jahre später sollten Astron-6 diese Art der Inszenierung weiterentwickeln oder Vito Trabuccos Bloody Bloody Bible Camp dem Slasher-Genre mit ähnlichem Augenzwinkern die letzte Ehre erweisen.
Die Darsteller – darunter Penthouse-Model Patty Mullen, die 1988 zum Penthouse Pet of the Year gewählt wurde – wirken bewusst talentfrei besetzt und fügen sich perfekt in die rund 88.000 Dollar teure Produktion ein. Das eigentliche Augenmerk liegt ohnehin auf den Kills und den herrlich überzeichneten Spezialeffekten. Gerade die legendäre Kreissägen-Sequenz gehört zu den Höhepunkten des Films.
Als Freund des 80er-Horrorkinos kann man Doom Asylum kaum etwas vorwerfen. Der Film ist eine herrlich sinnfreie, aber mit viel Herzblut inszenierte Trash-Slasher-Komödie.
Spannend ist auch die Entstehungsgeschichte: Da der Film im Endschnitt zu kurz geraten war, integrierte man kurzerhand Szenen aus fünf Schwarzweißfilmen mit Tod Slaughter. Was ursprünglich lediglich als pragmatisches Padding gedacht war, entwickelt rückblickend einen ganz eigenen Charme und wirkt heute beinahe wie eine respektvolle, wenn auch ungewöhnliche Hommage an das klassische Horrorkino.
🕯️ Nachhall:
Eine herrlich alberne Slasher-Parodie aus der Hochphase des Genres – Trashfaktor garantiert.
0038. Madhouse – 1974 - Zweitsichtung - OFDb - Trailer
Als Vincent Price in England eintraf, war er vom ursprünglichen Drehbuch zunächst enttäuscht. Schließlich wurde einer der Drehbuchautoren ersetzt und das Skript überarbeitet.
In Madhouse spielt Price im Grunde eine Variation seiner eigenen Leinwandpersona. Der Film ist dabei nicht nur ein Abgesang auf das klassische Gothic-Horrorkino, sondern zugleich der Schwanengesang der traditionsreichen Amicus Productions.
Price verkörpert einen alternden Horrorstar, dessen frühere Filme immer wieder eingeblendet werden, dessen Karriere gefeiert wird und der von seinen Fans nahezu kultisch verehrt wird. Dadurch wirkt Madhouse heute fast wie eine filmische Retrospektive – obwohl Vincent Price während der Dreharbeiten gerade einmal Anfang sechzig war.
Besonders reizvoll sind die zahlreichen Anspielungen auf seine eigene Karriere sowie die Verwendung von Ausschnitten aus früheren Filmen, die den nostalgischen Charakter zusätzlich unterstreichen.
🕯️ Nachhall: Madhouse ist weniger ein klassischer Slasher als vielmehr eine Liebeserklärung an das alte Horrorkino und an Vincent Price selbst.
0039. Shrunken Heads – 1994 - Erstsichtung - OFDb - Trailer
Eine herrlich skurrile Full-Moon-Produktion und damit ein weiteres schrulliges Charles-Band-Vehikel.
Regie führte Richard Elfman, der Bruder von Danny Elfman. Das unverkennbare Hauptthema stammt von Danny Elfman selbst, während der restliche Score vom langjährigen Full-Moon-Hauskomponisten Richard Band, dem Bruder von Charles Band, geschrieben wurde. Gerade die Musik sowie die liebevoll gestalteten Miniaturbauten gehören zu den großen Stärken des Films. Als dann noch No One Lives Forever von Oingo Boingo bei der Autoverfolgungsjagt verwendet wird, bin ich mitten im Geschehen der 90er Jahre angekommen.
Die Geschichte selbst ist dagegen herrlich grenzwertiger Unsinn. Wer mit Shrunken Heads etwas anfangen möchte, sollte ein Faible für genau diese Art von Low-Budget-Phantasie mitbringen. Ich selbst habe eine große Schwäche für solche kuriosen Filmideen, weshalb mich der Film trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner Absurdität bestens unterhalten hat.
🕯️ Nachhall: Völlig abstruse Full-Moon-Kost – ein kleines Charles-Band-Manifest.
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