Mit Famine aus dem Jahr 2011 lieferte der leider viel zu früh verstorbene Ryan Nicholson einen Film ab, der sich deutlich von seinen anderen Arbeiten unterscheidet. Statt düsterer Nachtstimmung und schmutziger Atmosphäre verliert sich der Kanadier hier bewusst in einer überdrehten Persiflage auf den College-Slasher und schraubt dabei sämtliche Regler in Richtung Groteske.
Die Figuren bewegen sich permanent an der Grenze zur Karikatur, während der ohnehin dünne Plot spätestens im Finale jede Verbindung zur Realität kappt. Wer jedoch vor allem wegen handgemachter Effekte, kompromissloser Kills und dem rauen Charme kleiner Independent-Produktionen einschaltet, wird durchaus auf seine Kosten kommen.
Für mich gehört Famine dennoch zu den schwächeren Arbeiten Nicholsons. Der Film rutscht nie völlig ab und besitzt durchaus seine Momente, doch Werke wie Gutterballs oder Hanger liegen mir persönlich deutlich mehr. Vor allem die grell ausgeleuchteten Schauplätze und die bunte Farbgestaltung wollten bei mir nie die unangenehme, schmutzige Stimmung erzeugen, die ich an seinen besten Filmen so schätze.
Kein Totalausfall, aber für meinen Geschmack eher eine Randnotiz innerhalb einer Filmografie, die an anderer Stelle wesentlich mehr Biss besitzt.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen