Mittwoch, 20. Mai 2026

Hundra - 1983

🧾 Kurzinfo

  • Regie: Matt Cimber
  • Cast: Laurene Landon
  • Musik: Ennio Morricone
  • Genre: Sword-and-Sorcery / Barbarenfilm / Exploitation
  • Herkunft: Spanien  - europäische Conan-Welle der frühen 80er
  • ofdb
  • Trailer
  • Sammlung: Amaray BD UNCUT

🧠 Eindruck

Hundra ist für mich einer dieser obskuren Kultfilme aus der großen Conan-/Sword-and-Sorcery-Welle, die sich überraschend deutlich von vielen billigen Nachzüglern abheben.

Gerade der Anfang des Films ist erstaunlich bedrückend und hart inszeniert.

Die Bedrohung wirkt real, die Gewalt besitzt einen unangenehm exploitationhaften Einschlag und für einen kurzen Moment glaubt man fast, hier einen richtig schmutzigen kleinen Barbarenfilm gefunden zu haben.

Leider hält Hundra diesen Ton nicht konsequent durch.

Im weiteren Verlauf schleichen sich immer mehr humoristische, fast schon selbstironische Elemente ein, wodurch der Film seinen anfänglich düsteren Drive Stück für Stück verliert und sich zunehmend in Richtung Trash-Fantasy bewegt.

Trotzdem bleibt er interessant.

Vor allem Laurene Landon funktioniert als Warrior-Heldin erstaunlich gut.
Sie wirkt körperlich präsent, glaubwürdig in den Action-Szenen und bringt eine Härte mit, die viele Fantasy-Heldinnen dieser Zeit eher nicht hatten.

Gerade die echten Stunts, die soliden spanisch Locations und die handgemachte Fantasy-Welt verleihen dem Film eine gewisse Eigenständigkeit.

Ein echter Überraschungspunkt bleibt allerdings der Score von Ennio Morricone.

Für einen solchen Exploitation-Barbarenfilm wirkt das fast absurd hochwertig und hebt den Film musikalisch spürbar an.

Am Ende bleibt Hundra ein kurioser 80er-Exploitationfilm, der einerseits mit einem feministischen Amazonen-Ansatz arbeitet, gleichzeitig aber nie ganz aus den typischen Genre-Mustern seiner Zeit ausbricht.

Schade eigentlich, dass der Film seinen schmutzigen und obskuren Anfang nicht konsequent bis zum Ende durchzieht.


🩸 Stichpunkte

  • Atmosphäre: anfangs düster und hart, später deutlich trashiger
  • Action: solide, körperlich und handgemacht
  • Musik: überraschend stark durch Morricone
  • Besonderheiten: feministische Barbarenheldin in Conan-Nachzügler-Welle
  • Wiederschauwert: hoch für Sword-and-Sorcery-Fans

🕯️ Persönlicher Marker

👉 „Amazonen-Exploitation mit starkem Start und weicher werdendem Drive“


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