Samstag, 11. Juli 2026

Drei Slasher der Neuzeit – viel Herzblut fürs Genre, aber nicht jeder Schnitt sitzt.

Heute in der Videothek der Nacht... Manchmal muss es einfach Slasher sein. Drei neuere Vertreter des Genres landeten heute im Player – mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Zwischen ehrlicher Genreliebe, bissiger Satire und einer gehörigen Portion Leerlauf war alles dabei.

0022. Bloody Axe Wound (2024)ErstsichtungOFDbTrailer

Uncle Peckerhead von Matthew John Lawrence fand ich damals eher überschaubar. Trotzdem steckte so viel Liebe zum Horrorgenre darin, dass ich den Film durchaus zu schätzen wusste. Genau das gilt auch für Bloody Axe Wound.

Die Geschichte ist zwar ziemlicher Mumpitz, doch Lawrence versteht es erneut, seine Leidenschaft für das Slasherkino in jede Szene einfließen zu lassen. Fanservice wird hier großgeschrieben und gerade Freunde klassischer Slasher kommen auf ihre Kosten. Die Darsteller tragen den Film über viele Längen hinweg, die Kills fallen angenehm deftig aus und die Kamera schaut erfreulich selten weg.

Solider Coming-of-Age-Slasher mit sympathischem Genrefan-Herz – ich hatte definitiv meinen Spaß.


0023. Tragedy Girls (2017)ErstsichtungOFDb Trailer

Tragedy Girls besitzt durchaus eine interessante gesellschaftskritische Ebene und setzt sich auf clevere Weise mit der Welt der sozialen Medien auseinander. Tyler MacIntyre verpackt diese Thematik in einen modernen Serienkiller-Slasher und beweist dabei einiges an handwerklichem Geschick.

Mit den beiden Hauptfiguren wurde ich allerdings nie richtig warm. Sie bleiben bewusst unsympathisch, was zwar zum Konzept passt, mir den Zugang zum Film aber erschwert hat. Die Kills können sich sehen lassen und auch der Coming-of-Age-Aspekt funktioniert ordentlich. Trotzdem fehlte mir etwas mehr schwarzer Humor. So pendelt der Film permanent zwischen zynischem Slasher, Satire und Teenagerdrama, ohne sich für eine Richtung wirklich zu entscheiden.

Durchaus sehenswert, aber bei mir wollte der Funke nicht vollständig überspringen.


0024. Kill Her Goats (2023)ErstsichtungOFDbTrailer

Nach einem vielversprechenden Auftakt mit Kane Hodder als Goatface hatte ich zunächst große Hoffnungen. Leider verliert Kill Her Goats schon nach kurzer Zeit deutlich an Fahrt.

Über weite Strecken begleitet der Film drei Playboy-Playmates auf einer ausgedehnten Hausbesichtigung, bevor sich im letzten Drittel Goatface und Evil Batman endlich ans Werk machen. Bis dahin heißt es allerdings vor allem: viel nackte Haut, wenig Spannung und reichlich Leerlauf.

Als Horrorfan braucht man hier schon eine ordentliche Portion Wohlwollen, um bis zum Ende dranzubleiben. Der Film beweist einmal mehr, dass attraktive Darstellerinnen allein keine neunzig Minuten tragen können. Zu viele peinliche Momente, zu viele nervige Figuren und insgesamt zu wenig Substanz.

Ich habe mich ehrlich gesagt eher durch den Film gekämpft, als ihn wirklich genossen.


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