Gloria befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Pornokarriere und sexuellen Anziehungskraft, als sie sich mit AIDS infiziert. Ihre Heroinsucht treibt sie zunehmend an die Grenzen ihrer Menschlichkeit. Bald stehen Esel und Schweine als Filmpartner vor der Kamera, bis sie auf Vlad trifft und scheinbar den Weg zum großen Geld findet. Doch Vlad verfolgt eigene Pläne und lockt Gloria und ihre Tochter Angela in eine dämonische Falle.
Gloria gerät in einen teuflischen Hinterhalt und landet in der Hölle, wo sie unaussprechliche Qualen erleidet. Immer wieder stirbt sie, nur um erneut geboren zu werden und die Folter von Neuem durchleben zu müssen. Als sich eines Nachts ein möglicher Ausweg eröffnet, trifft Gloria eine fatale Entscheidung ...
Von Wrath James White hatte ich bereits mehrere Werke aus der Extrem-Literatur gelesen. Mit „Vergifteter Eros“ durfte ich nun auch seine Zusammenarbeit mit Monica J. O'Rourke kennenlernen. Das Problem des Romans liegt für mich ausgerechnet in seinem größten Verkaufsargument: seinem krankhaften, pornografischen Härtegrad. Die Geschichte tritt dadurch oft auf der Stelle. Immer dann, wenn sich Ansätze von Charakterentwicklung oder Handlung zeigen, endet alles erneut in der nächsten bestialischen Entgleisung.
Weniger wäre hier deutlich mehr gewesen. Der permanente Versuch zu schockieren führt dazu, dass sich der Härtegrad zunehmend selbst neutralisiert. Immer wieder stellte ich fest, dass ich das Interesse an Gloria und ihrem Schicksal verlor.
Das Setting nützt sich jedoch schnell ab und die wenigen echten Höhepunkte entstehen vor allem dann, wenn der Roman gesellschaftskritische Töne anschlägt. Interessant wird „Vergifteter Eros“ immer dann, wenn die Dämonen zur Nebensache werden und der Roman zeigt, dass die schlimmsten Abgründe nicht in der Hölle, sondern im Menschen selbst zu finden sind. Die Folterungen durch die Dämonen spiegeln dabei immer wieder die Grausamkeiten menschlicher Geschichte wider – von religiösem Fanatismus über die Schrecken des Mittelalters bis hin zu den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs.
Über weite Strecken bleibt „Vergifteter Eros“ jedoch eine nicht enden wollende Walze aus dämonischer Gewalt, sexuellen Exzessen und immer neuen Grenzüberschreitungen. Für Leser extremer Horrorliteratur mag genau das den Reiz ausmachen. Für mich war es letztlich zu viel des Guten und zu oft bloße Provokation statt echter Geschichte.


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