Nachdem ihr Bruder spurlos verschwindet, entdeckt Helene verstörende Tonaufnahmen aus den Höhlen von Brickburgh. Auf der Suche nach Antworten reist sie an die raue englische Küste, wo sie der Journalistin Kate begegnet, die dort einen Neuanfang sucht.
Doch hinter der idyllischen Landschaft verbergen sich uralte Geheimnisse. Schon bald geraten beide Frauen in die Fänge des geheimnisvollen roten Volkes und seiner vergessenen Gottheit, deren Einfluss bis in die Gegenwart reicht.
Die drei Neville-Romane bei Heyne fand ich immens prägend. Sie besitzen eine ganz eigene, fast schon psychedelische Bedrohung, wie ich sie im Horrorgenre schon lange nicht mehr erlebt hatte. Genau das war auch der Grund, weshalb ich mir bei Buchheim The Reddening bestellt habe.
Leider erreicht der Folk-Horror-Roman trotz seiner stellenweise sehr atmosphärischen britischen Gruselstimmung, die durchaus an klassische Hammer-Produktionen erinnert, für mich nicht die Qualität von Apartment 16 oder The Ritual. (Die Netflix-Verfilmung von The Ritual schafft es für mich übrigens ebenfalls nicht, die besondere Atmosphäre des Romans einzufangen.)
Neville war nie für rasante oder besonders schnell erzählte Geschichten bekannt. Seine Bedrohung entsteht vielmehr aus der Langsamkeit, dem Respekt vor seinen Figuren und der psychologischen Tiefe. Das findet sich zwar auch in The Reddening wieder, über weite Strecken war mir der Roman jedoch etwas zu sprachlich und stilistisch überladen. Dadurch verlangt er ein konzentriertes Leseverhalten und ist kein Buch, das man einfach nebenbei verschlingt.
Die limitierte Ausgabe von Buchheim ist dafür ein echtes Schmuckstück und wird durch die bedrückenden, finsteren Illustrationen von Samuel Araya zusätzlich aufgewertet.

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