Mittwoch, 13. Mai 2026

Le chant des forêts - 2025

🧾 Kurzinfo

  • Regie: Vincent Munier
  • Musik: Warren Ellis
  • Genre: Naturdokumentation / Tierfilm
  • Thema: Naturbeobachtung, Vergänglichkeit, Wahrnehmung
  • ofdb
  • Trailer
  • Sammlung: Gesichtet Kino 13-05-2026

🧠 Eindruck

Nach seinem beeindruckenden Werk über den Schneeleoparden kehrt Vincent Munier erneut mit einer Naturdokumentation zurück, die weit mehr sein möchte als bloße Tierbeobachtung.

Der Film wirkt fast wie ein stilles Vermächtnis — eine Weitergabe von Aufmerksamkeit, Geduld und Liebe zur Natur von Vater zu Sohn.

Dabei sind die Bilder teilweise überwältigend.
Nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern weil sie etwas zeigen, das der moderne Blick längst verlernt hat: wirklich hinzusehen.

Man könnte natürlich behaupten, man müsse dafür keinen Film schauen und könne stattdessen einfach selbst in den Wald gehen.

Doch genau darin liegt vielleicht das eigentliche Problem.

Der Mensch bewegt sich heute selbst in der Natur oft nur noch funktional.
Selbst Menschen, die viel Zeit draußen verbringen, scheinen häufig nur noch auf Bewegung, Nutzen oder das Offensichtliche fokussiert zu sein.

Munier geht einen anderen Weg.

Seine Bilder suchen nicht nur Tiere oder Landschaften, sondern auch das Vergängliche dazwischen: Nebel, Stille, Spuren, Licht und das langsame Verschwinden von Momenten.

Gerade dadurch entsteht eine fast melancholische Ruhe, die durch den Score von Warren Ellis zusätzlich verstärkt wird.

Der Film besitzt dadurch weniger klassische Dramaturgie als vielmehr eine poetische Beobachtung des Verschwindens.

Zwei Gedanken bleiben dabei besonders hängen:

„Wir sind in dem, was vergeht …“

und:

„Es ist nicht das Aussterben der Vögel, das mich beschäftigt, sondern die Denkweise der Menschen.“

Vielleicht beschreibt genau das am besten, worum es hier eigentlich geht.

Nicht nur um Natur.
Sondern um die Fähigkeit, sie überhaupt noch wahrzunehmen.


🩸 Stichpunkte

  • Atmosphäre: ruhig, melancholisch, meditativ
  • Bilder: außergewöhnlich und fast surreal schön
  • Musik: zurückhaltend und emotional tragend
  • Besonderheiten: Naturfilm als poetische Reflexion
  • Wiederschauwert: hoch für ruhige Abende

🕯️ Persönlicher Marker

👉 „Naturbeobachtung als stille Erinnerung ans Verlernen des Sehens“

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